Jens Möller im Interview über DaVinci und Erfolg

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Nachdem ich kürzlich “Die Da-Vinci-Formel: Die sieben Erfolgsgesetze für innovatives Denken” fragte ich mich welcher Anreiz einen Autor wie Jens Möller dazu brachte, sich mit einem Universalgenie wie Leonardo da Vinci zu beschäftigen. Dieses Interesse ist für einen Menschen, der Anglistik und internationalen Wirtschaftswissenschaften studiert hat, ungewöhnlich. So dass ich mich freue, dass ich das folgende Interview mit Jens Möller führen durfte.Dieses stellt für mich keine Selbsverständlichkeit dar, sondern ist angesichts der Tatsache, dass wir in diesem Jahr Leonardo da Vincis 500. Todestag feiern würden, eine echte Freude. Diese Frage, was die Faszination Leonardo da Vincis auch nach seinem 500. Todestag heutzutage auslöst, war eine der ersten, die ich Herrn Möller unbedingt stellen musste. Ich bedanke mich dafür, dass er sich die Zeit diese Fragen genommen.

Mit „Die Da Vinci-Formel“ haben Sie ein Buch über einen der faszinierendsten Persönlichkeiten der Renaissance geschrieben. Was macht für Sie den Reiz an diesem Universal-Genie aus?

Für mich sind das vor allem zwei Dinge. Erstens ist Leonardo ein wunderbares Beispiel dafür, dass man auch als Autodidakt Großes vollbringen kann. Leonardo erhielt als Kind kaum Schulunterricht und dufte als unehelich geborenes Kind auch keine Universität besuchen. Trotzdem gelang es ihm durch seine große Neugier und Begeisterung, einer der bedeutendsten Künstler und Erfinder aller Zeiten zu werden. Zweitens ist es Leonardos Mut, revolutionäre Ideen auszudrücken und dabei immer wieder die Grenzen des Etablierten zu überschreiten. Seine Zeitgenossen hielten seine Arbeiten an Flugmaschinen für verrückt. In ihrer Vorstellung war das Fliegen allein den Vögeln und den Engeln im Himmel vorbehalten. Leonardo wusste das, doch der Glaube an seinen Traum vom Fliegen war stärker. Er wollte nicht auf eine bessere Zukunft warten – er wollte sie selbst gestalten.

Wenn man sich einmal mit da Vincis Aufzeichnungen beschäftigt hat, wird einem schnell bewusst, dass mittlerweile viele seiner revolutionären Ideen umgesetzt sind. Einige dieser Erfindungen sind heute fast exakt so umgesetzt, wie von Leonardo da Vinci beschrieben. Wie erklären Sie sich seine fortschrittlichen Ideen?

Leonardo akzeptierte keine Denkschranken. Er war absolut frei in seinen Gedanken und genau darin liegt für mich der Schlüssel zu seinen fortschrittlichen Ideen. Seine Notizbücher sind randvoll mit den unterschiedlichsten Themen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Auf einer berühmten Notizbuchseite aus dem Codex Windsor befinden sich neben geometrischen Figuren auch ein Haarfärberezept, die Profilstudie eines alten Mannes, der mit einem Baum verwachsen ist und ein Pferd samt Reiter. Für den leidenschaftlich neugierigen Leonardo, der vor allem assoziativ und in Analogien dachte, waren diese „wilden“ Aufzeichnungen eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration, denn sie ermöglichten es ihm immer wieder ungewöhnliche Verbindungen herzustellen. So gelang es ihm beispielsweise die Funktion der Herzklappen mithilfe von Schleusentoren zu beschreiben oder durch schwimmende Fische Erkenntnisse zur Aerodynamik seiner Fluggeräte zu gewinnen. Leonardo war ein Querdenker par excellence, der immer alle Möglichkeiten in Betracht zog – egal wie abwegig sie auf den ersten Blick auch erscheinen mögen.

Wie würde er in der heutigen, vergleichsweise technischen Welt zu Recht kommen?

Ich denke, Leonardo würde auch in der heutigen Welt sehr gut zurechtkommen. Er war ja schon zu seinen Lebzeiten an Maschinen und Automaten interessiert – insofern würde ihn unsere heutige Welt sicherlich faszinieren. Und durch seine Offenheit und unstillbare Neugier würde er sich auch heute unterschiedlichste Wissensgebiete erschließen und außergewöhnliche Ideen entwickeln. Auf der anderen Seite wäre er jedoch sicher auch schockiert, wie rücksichtslos wir Menschen heute mit unserer Umwelt und der Schöpfung umgehen. Leonardo war ein großer Bewunderer der Natur, der Tiere und des Wassers und könnte sicherlich nicht nachvollziehen, mit welcher Ignoranz wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen zerstören.

In Ihrem Buch stellen Sie dar, was Leonardo da Vinci ausmachte. Innovative Ideen, ein gutes und stabiles Netzwerk von Freunden, Kollegen und Bekannten, sowie Empathie und den Mut über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Das alles verspricht auch heute noch Erfolg im Leben. Doch was unterscheidet Erfolg heute von damals?

Die Definition von Erfolg ist natürlich immer eine sehr individuelle Sache, daher glaube ich, dass man das pauschal gar nicht sagen kann. Was aber sicher ist: Die Menschen waren sowohl damals als auch heute daran interessiert, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Damit das gelingt, brauchen wir meiner Meinung nach vor allem unsere Kreativität und Innovationskraft. Sie helfen uns dabei, Neues zu entdecken, zu experimentieren und unsere Bestimmung zu finden. Von Leonardo können wir lernen, dass es ganz bestimmte Prinzipien oder Muster gibt, die genau dieses innovative Denken und Handeln begünstigen. Sie sind für mich der Schlüssel zu einem gelingenden und sinnstiftenden Leben.

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